Zwischenstand Nanowrimo 2017

Zwischenstand Nanowrimo 2017

Mittlerweile ist der 19. November und der NaNoWriMo läuft schon über zwei Wochen. Entgegen meiner eigenen Erwartungen bin ich noch dabei, aber es sieht nicht gut aus. Aber zunächst ein allgemeiner Rückblick.

Ich bin mehr als schlecht hineingestartet, die ersten Tage waren wirklich zäh, bis ich am sechsten Tag einen kleinen Schreibflow erlebt habe. Der sechste Tag hat mir einen kleinen Vorsprung gebracht, den ich bis heute auch halten konnte, allerdings hat sich bald abgezeichnet, dass ich in der Geschichte an einen toten Punkt angekommen war – das heißt, ein Kapitel, bei dem ich nicht vor- und nicht zurück wusste, was bei einer Geschichte, die rasant vonstatten geht (immerhin befindet mein Charakter sich auf der Flucht – mal wieder) nicht gut ist. Ich habe dann das gemacht, was ich immer getan habe und was ich eigentlich nicht mehr tun wollte, denn wenn eine Geschichte geplant ist, sollte das nicht passieren …

Ich bin an eine andere Stelle der Geschichte gesprungen und habe dort weitergeschrieben. Nur so habe ich es geschafft, in den vergangenen Tagen mein Soll zu erfüllen und teilweise überzuerfüllen. Um die fragliche Stelle bin ich immer wieder herumscharwenzelt beim morgendlichen Einlesen, aber gezündet hat es nie, nur, im Lauf der Tage, kam die Erkenntnis, dass es kein Wunder ist, dass es dort nicht weitergeht. Die beschriebene Aktion passt nicht zum Hauptcharakter!

Mit dieser Erkenntnis fiel es mir leichter, damit umzugehen. Ich habe dann jeden Tag die Stelle im Zug des Schreibens etwas angepasst. Formulierungen geändert, Adjektive ausgetauscht und voilá – es passt eher zu dem Charakter. Mittlerweile ist die Szene vollkommen im siebzehnten Kapitel integriert, mein Baustellenzeichen hängt an Kapitel 18 und 19, denn das Springen werde ich wohl beibehalten.

Allerdings hatte das Springen einen weiteren, unangenehmen Nebeneffekt. Die Unzufriedenheit mit dem Projekt wuchs und die anderen Projekte in der Pipeline haben sich in die Denkfabrik gemogelt, so dass ich mittlerweile ein Belohnungssystem beim NaNoWriMo eingeführt habe: Wenn du dein Tagessoll hast, darfst du an deinem anderen Projekt plotten.

Diese Belohnung wollte ich nun jeden Tag ergattern und ich habe sie bekommen, weshalb nach den zähen NaNoWriMo-Schreiben bisschen Spiel und Spaß mit Papyrus-Projekt aufsetzen angesagt war, denn die Sache mit den Stammseiten treibt mich jedesmal in den Wahnsinn. Aber nun habe ich ein schönes, neues Projekt mit einem schicken Inhaltsverzeichnis und einer interessanten Titelei (zumindest als PDF, der E-Book-Export sieht noch ranzig aus).

Um mich beim Plotten zu unterstützen, habe ich mich dieses Mal an der Schneeflockenmethode von Randy Ingermanson versucht, bei der man den Plot zu einem Roman in zehn Schritten entwickelt. Ich bin bis zu Schritt fünf gekommen (Schritt 5 wird umfangreicher und ich weiß nicht, ob diese Methode für mich geeignet ist, da ich doch lieber auf die Bordmittel von Papyrus Autor setze).

Die Schwierigkeiten, die ich mit den vorherigen Schritt hatte, haben mir dann ein Problem gezeigt, was wohl in vielen meiner Geschichten präsent ist, was ich als zentral erachte, und an dem ich dringend arbeiten muss. Leider ist dieses Problem auch im NaNoWriMo-Projekt, was meine Motivation, an der Geschichte zu arbeiten, weiter vernichtet hat.

Es sieht also nicht sehr rosig aus und bisher habe ich aus dem erneuten Versuch des NaNoWriMo folgende Erkenntnisse gewonnen:

  • Schreiben auf pure Wortzahl funktioniert für mich nicht. Es wirkt sich bei mir stark auf die Intention (ernst -> (pseudo-)lustig) des Textes aus.
  • Gut geplottet ist halb gewonnen. Tatsächlich gewinne ich meine Worte aus den geplanten Snippets, Probleme bereiten die Übergänge.
  • Mehr Fokus auf das Innenleben der Charaktere

Aber nun habe ich euch genug gelangweilt – oder wollt ihr noch etwas zum Hausbau wissen?

Wie sieht es bei den werten Mitstreitern im NaNoWriMo aus?
Habt ihr die 50.000 Wörter schon geschafft?

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5 Kommentare

  1. Ich habe sie natürlich nicht geschafft – aber ich mach da ja auch nicht mit.

    „Die Schwierigkeiten, die ich mit den vorherigen Schritt hatte, haben mir dann ein Problem gezeigt, was wohl in vielen meiner Geschichten präsent ist, was ich als zentral erachte, und an dem ich dringend arbeiten muss. Leider ist dieses Problem auch im NaNoWriMo-Projekt, was meine Motivation, an der Geschichte zu arbeiten, weiter vernichtet hat.“

    Welches Problem genau?

    1. Author

      Du solltest es mal probieren ^^

      Das Problem ist – Motivation. Meinen Charakteren fehlt meist die Motivation (weitergehende für das Leben; über den kurzen Zeitraum der Geschichte hinweg hinausgehend)

  2. Ich bin momentan irgendwo bei 12.000 Wörtern und habe mich davon verabschiedet, noch die 50.000 zu knacken – aber das war im Prinzip schon von vorneherein klar. Ich nehme den November aber trotzdem immer gerne als Motivation mit.

    Zwischen Szenen springen kann ich nicht, aber ich plane auch nicht viel. Ich habe eine sehr grobe Outline, in der die wichtigsten Ereignisse stehen, und den Rest denke ich mir dann beim Schreiben aus. Da kann es gut sein, dass die Szenen dann obsolet sind oder gar nicht mehr richtig reinpassen.

    1. Author

      Ja, das könnte knapp werden. Ich bin in meinem Fall erstaunt, dass ich noch durchhalte. Heute haben mich zwei nette Reviews zu einer Fanfiction bei Trab gehalten …

      Mein Plan lässt sich auch mit einer groben Outline vergleichen, es existieren eben Notizen zu Szenen. Manches passt dann auch nicht mehr, wie ich es gerade habe – HC erfährt etwas, was er eigentlich ein Kapitel später erst von einer anderen Person erfahren sollte, aber was soll’s. Da sollte ich dann vielleicht nicht im NaNo weitermachen, sondern mir eine Szene herauspicken, die bleibt …

      Ich drücke dir weiterhin die Daumen, auf dass es gut läuft.


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