[Rezension] „Schatten“ von M. D. Grand

[Rezension] „Schatten“ von M. D. Grand

Informationen

Autor: M.D. Grand
Titel: Schatten
Verlag: -/-
Seitenanzahl: 356
Genre: Fantasy
ISBN: 9781517310356

Kurzbeschreibung

Ceryan ist einer der neun Generäle des Königs und gleichzeitig dessen bester Kämpfer – kein Wunder also, dass Zenox ausgerechnet ihn aussendet, um den sagenumwobenen Stein des Kairoan zu finden, der dem Herrscher endgültig zum Sieg über das Nachbarland Velmar verhelfen soll. Widerwillig zieht der Schattenfürst aus, um dem Wunsch seines Herren gerecht zu werden und mehr über die Legende herauszufinden. Was er jedoch letztendlich findet, ist weit mehr als nur ein Hinweis auf den Ort, an dem sich der Stein befinden soll …

Wie kam ich auf das Buch?

Ich bin bei Instagram auf „Schatten“ durch ein Bild des Covers aufmerksam geworden. Nachdem der Klappentext ebenfalls vielversprechend klang, wurde das Buch als Softcover in den Warenkorb bei Amazon gelegt.

Covergestaltung

Covergestaltung
Covergestaltung

Das Cover von Schatten ist sehr einfach gehalten und unaufdringlich, im Zentrum steht ein Muster, das an ein Unendlichkeits-Symbol erinnert. Das weiße Muster wird von roten Blutstropfen (?) durchdrungen. Insgesamt besticht die Kombination aus rot, schwarz und weiß mit Einfachheit, wie man es bei Fantasy-Büchern sonst eher selten findet – gefühlt ist jedes zweite Cover aus dem Fantasy-Genre mit (meist übernatürlich schönen) Menschen, wahlweise Elfen oder andere Spezies, gerne auch als Portrait, gestaltet, was mir persönlich nicht so gefällt, da hier der Fantasie des Lesers etwas vorweggenommen wird.

Allgemeines

Die Rechtschreibung und Grammatik ist großenteils unauffällig, was heißt, für mein Verständnis richtig, was bei einem Buch, das im Self-Publishing veröffentlicht wurde, leider nicht immer gegeben ist. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Es wurde dankenswerterweise darauf verzichtet, die Sprache allzu blumig zu halten. Einen gewissen Gruselfaktor hatte jedoch ein Fehler in der Zeichensetzung für mich, der sich leider durch die ganze Geschichte zog, nämlich ein Punkt bei der wörtlichen Rede, wenn ein Nachschub kommt.

„Danke, dass Ihr mich hergebracht habt.“, wandte er sich an den Diener, der sich […]Schatten, Seite 198

Etwas, was mir bereits beim ersten Mal, als ich das Buch in den Händen hielt, aufgefallen ist und was mir nach wie vor sehr gut gefällt ist, ist die Gestaltung der Kapitelüberschriften. Jede Überschrift ist mit Klecksen verziert – ob nun Tinte oder Blut, beides ist gut möglich –, was dem Buch zumindest in meinem Bücherregal ein gewisses Alleinstellungsmerkmal zukommen lässt. Zwischen einzelnen Szenen findet man ebenfalls kleinere Kleckse. Solche Kleinigkeiten gefallen mir persönlich sehr gut, sie zeugen in meinen Augen davon, dass das Buch liebevoll und durchdacht gestaltet wurde.

Bei „Schatten“ handelt es sich um den ersten Teil der Reihe Das Schicksal der Südlichen Lande.

Meine Meinung

Wie bei vielen Fantasy-Geschichten beginnt M.D. Grand mit einem Prolog, der den Leser zunächst einmal mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Dankenswerterweise wurde darauf verzichtet, den Leser in den folgenden Kapiteln von jedem Detail der Welt, die M.D. Grand in ihrer Geschichte erschaffen hat, zu berichten und nach dem Prolog wird man sofort ins Geschehen geworfen. Dennoch hatte ich am Anfang einige Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden.

Zu einem großen Teil lässt sich das wohl auf den ungewöhnlichen Protagonisten zurückzuführen, denn Ceryan ist entgegen dem allgemeinen Trend des „Unbedarften“ in Fantasy-Romanen ein richtiger Tausendsassa, der beste Kämpfer des Königs und ein Wesen mit ganz besonderen Eigenschaften. Im ersten Moment habe ich mich – als Wenig-Buch-Leser und Viel-Fanfiction-Leser – an eine Mary-Sue erinnert gefühlt. Nach den ersten Kapiteln wurde das aber besser, man wurde mit seiner Person und seinem Wesen vertrauter, und nahm seine Art und sein Verhalten als von den Göttern dieser Welt gegeben und seinem Schicksal zu verdanken hin.
Andere Personen, die von der Autorin mit besonderen Fähigkeiten geschaffen wurden, schafften es nicht, sich in mein Herz zu schleichen. Das liegt vor allem daran, dass sich am Ende (leider) gewisse Klischees in der Personenentwicklung (und ihren Beziehungen zueinander) bestätigten, die ich persönlich nicht so gerne lese. Aber hier schreibt sich die Geschichte manchmal wohl selbst.
Die Geschichte folgt einem bekannten Schema, wie man es etwa von Herr der Ringe kennt, wobei hier nichts fort-, sondern hergebracht werden soll. Man folgt den Charakteren auf ihrer Suche durch die liebevoll gestaltete Welt und mit fast jeder Seite lernt man etwas Neues kennen. Stellenweise hinkt der Erzählfluss allerdings, und das ist vor allem an solchen Stellen deutlich, an denen der Hauptcharakter eine Aktion eines anderen Charakters beschreibt, statt dass man sie als Handlung miterlebt.
Am Ende hält man aber ein Buch in der Hand, von man unbedingt eine Fortsetzung braucht, denn das Ende ist …

Irgendwie befriedigend-unbefriedigend.

Fazit

Ein sehr schönes Debüt, das sich für jeden lohnt, der gerne unkonventionelle Fantasy liest – ich werde den zweiten Band „Zwielicht“ auf jeden Fall lesen.

4/5 Sternen

 

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3 Kommentare

    1. Author

      Kann ich tun.
      Wegen der Mitreisenden aber eventuell schon früher – bei der blöden Kälte -.-


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