Im Blog-Verzug – oder: Wie ich einen Blog erschuf II

Im Blog-Verzug – oder: Wie ich einen Blog erschuf II

Vor einigen Tagen bin ich auf dem Blog meiner Schwester auf die Blogparade „Du und dein Blog“ gestoßen1. Die dort gestellten Fragen haben mich daran erinnert, dass mein eigener Blog ein eher trauriges Schattendasein in meinem Leben fristet und ich alte, beinahe schon liebgewonnene Verhaltensweisen – diese Aussage ist leicht ironisch zu verstehen – in diesem Jahr total vernachlässigt habe.

… denn auch ich neige dazu, meinen Blog irgendwann plattzumachen und an anderer Stelle (meist eine neue Subdomain, da es mir immer schwer fällt, einen Namen zu finden) neu aufzuziehen.

Mit diesem Relaunch feiern wir die Unstetigkeit des Internets, die Kurzlebigkeit von Social Media und vor allem meinen Versuch, mich wieder etwas mehr mit WordPress und seinen Themes zu beschäftigen. Ihr seid Zeugen, wie ich dabei vermutlich gnadenlos scheitern werde, denn mittlerweile ist die Erstellung eines Blogs in meinen Augen eine kleine Wissenschaft geworden. Nicht nur das Aufsetzen des Blogs und die Personalisierung des eigenen Themes, nein, in der Zwischenzeit muss man sich, wenn man sich so kreuz und quer umhört, mit Dingen wie Marketing, Nischenpolitik und dem perfekten SEO beschäftigen.
All das werdet ihr hier vermutlich nicht finden.

Am Anfang, als ich noch in den WordPress-Themes gestöbert habe, und etwas gesucht habe, was mir gefällt, hatte ich natürlich noch den Hintergedanken gehabt, es endlich richtig zu machen und zu einem kleinen Blog-Überflieger zu werden. Wie in meinem Über Mich geschrieben steht, träume ich seit längerem vom eigenen Buch. Ich würde meine Blogleser gerne daran teilhaben lassen, wie es sich entwickelt und ob es jemals etwas wird. Vollkommen größenwahnsinnig hatte ich also eine Kategorie „Schreiben“ vorgesehen, als ich meine ersten Klickversuche mit diesem Theme auf dem lokalen Webspace gestartet habe. Auch das Zeichnen, was früher und phasenweise immer noch ein Teil meines Lebens ist, bekam eine eigene Kategorie, aber je mehr ich die Widgets zusammengeschoben habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass das nicht so einfach ist.

Ich mache das alles schon.
So ein bisschen …

Dinge, die ich sonst noch tun muss

Theme weiter anpassen | Sprache? | Vernünftige Bezeichnungen für Kategorien | Ein bisschen Farbe reinbringen

Aber wie man nun schon an diesem Blog sieht, gibt es diese Inhalte nicht, denn es gibt einfach nichts davon zu berichten. Vielleicht bin ich auch resigniert, weil es niemanden interessiert und diese Postings meist zu wenig Zuspruch erhalten hatten. Oder ich will es nicht posten, denn zumindest beim Schreiben bin ich in den „Stilles-Kämmerlein“-Modus gewechselt, weil mancher in meinem Umfeld genervt davon war. Das ist zwar ein Thema für sich, aber alles in allem lässt sich dieser Blog, bereit, sich dem Web in voller Pracht zu präsentieren, eher mit einem toten Baumskelett nach einem Waldbrand als mit einem Potpourri des Lebens vergleichen, und ich kann im Moment nicht sagen, ob sich das jemals ändern wird.

Denn interessieren irgendwen meine Gedanken zum Schreiben, von denen man doch schon 1000x gehört gelesen hat?
Will wirklich irgendjemand meine armseligen Versuche, etwas mit Stift und Pinsel auf Papier zu bringen, sehen, wenn man auf DeviantArt und Instagram doch schon wunderschöne Bilder findet?

Diese Fragen sind es, die mich im Moment sehr bewegen – ein anderes Thema auf meinem Blog war der Hausumbau, der natürlich einiges an Interesse bei meinen wenigen Lesern weckte, der aber in meiner eigenen Gedankenwelt nicht so eine Rolle spielt, da ich wenig dazu beitragen kann, außer zu sagen, dass ich weiße Fenster möchte und rote Dachziegel.

Es ist alles nicht so einfach, in der Bloggerwelt.
Oder ist es doch ganz einfach? Und ich mache einfach weiter wie bisher, denn bisher bin ich damit ganz gut durch mein Bloggerleben gekommen.

Wie geht ihr bei der Erstellung eines neuen Blogs vor oder wenn ihr euren Blog auffrischt?
Ich will nicht euer Leben verbessern oder euch eure Wünsche erfüllen, aber so rein theoretisch – welche Themen interessieren euch auf Blogs, die mich selbst nicht zu Tode langweilen?

1 Da mir das Thema der Blogparade gefällt, folgt irgendwann ein Beitrag, in dem ich mich den Fragen widme.

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3 Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben ^^

    Die Themesuche ist tatsächlich sehr sehr langatmig, vor allem, wenn man nicht so viel anpassen möchte, weil das auch nochmal drei Wochen dauern würde.

    Bei den Themen bin ich beim Schreiben raus, Zeichnen bin ich dabei, gerne Gärtnern, Hausbau, Wochenrückblicke/Monatsrückblicke, Tagebucheinträge, Serien/Filmreviews… und bitte bitte: DIYs wie ich aus Klopapierrollen einen funktionierenden Kleinwagen basteln kann!

    1. Author

      Ja, das mit den Theme ist so eine Sache.
      Ich habe ja alle möglichen auf der lokalen Installation heruntergeladen, dann mal kurz aktiviert und bei den meisten dachte ich mir dann nur: „Ja, und jetzt?“
      Bei dem Theme hier habe ich mich dann etwas schneller eingefunden, aber trotzdem nicht viel Zeit verschwendet – jetzt wird es eben „on the fly“ in all seiner Pracht aktiviert, wenn die Beiträge so nach und nach kommen.
      Und zu welchen Themen?
      Das wird wohl die Zeit zeigen, aber von deinen Likes ist so manches dabei … nur bei dem DiY muss ich passen, was will ich mit einem Kleinwagen?
      Da kriege ich doch keine 4 Ballen Heu unter!

    2. Ich hab einen Kleinwagen und würde locker vier Ballen Heu unterbringen – hätte dann nur nen Zweisitzer, aber vier Ballen Heu!

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